2. Kapitel von Lucy

Author: Lucy // Category: , ,
Nein, das konnte nicht wahr sein. Das hatte ich sicherlich alles nur geträumt. Allerdings war ich mich nicht ganz klar an welchem Zeitpunkt der Geschenisse sich Realität mit Wirklichkeit verbunden hatte. Aber als ich auf mein von Tränen und Wimpertusche durchweichtes Kopfkissen sah, merkte ich das zu mindest der schlimmste Teil wirklich passiert war. Aaaaaaaaaah! Was für ein A********! Ein gutaussehendes A******** wohlbemerkt! Und diese grünen Augen erst ... Bevor ich mit meinen Gedanken in noch gefährlichere Gebiete vordringen konnte, holte mich das Klopfen meiner Mutter in die Wirklichkeit zurück. >>Gwenny, wenn du jetzt nicht aufstehst kommst du noch zu spät zur Schule, du kannst es dir nicht leisten etwas zu verpassen!<< >>Komme, Mom!<<, seufzte ich, schnappte mir meine Klamotten und verschwand im Bad. So schlimm wie ich erwartet hatte, sah ich nicht aus. Okay, ich hatte in meiner Vorstellung auch etwas übertrieben, aber woher sollte ich wissen wie jemand nach einer Nacht voller Tränen, Liebeskummer und gebrochener Herzen aussah. Leslie hatte ich schon einmal so gesehen. Aber mich nun mal nicht. Mein Spiegelbild sah besser aus das von Leslie damals. Nicht das ich weniger geweint hätte, oder so.
Am Tisch wurden mir mal wieder giftige Blicke von Tante Glenda zu geworfen. Aber es machte mir heute nichts aus. Charlotte blickte nicht einmal in meine Richtung und ignorierte mich vollens. Und Lady Arista musterte mich auch nur einmal kritisch von oben bis unten, zog die Augenbrauen hoch und wandte sich ab. Nick und Caroline lächelten mir zu, auch etwas verwundert von meinem Aussehen.

In der Schule erwartete mich schon Leslie. Sie lehnte an einem Baum vor dem Schulhof und verzog mitleidig das Gesicht, als sie mich bemerkte. Hinter ihr tauchte jetzt auch Raphael auf. Auch er musterte mich, scheinbar nicht besonders verwundert. Er begrüßte mich auch gleich, mit den Worten: >>Mein Bruder ist ein A****! Aber keine Sorge, Leslie hat es ihm ordentlich gegeben, der wird sich alees nächstens zweimal überlegen, bevor er nocheinmal auf den Gefühlen anderer herumtrampelt!<< >>ich wei ... äh, ja, danke, Leslie!<< Im letzten Moment besann ich mich. Raphael wusste schließlich nichts von meinen Abnormalitäten (schreibt man das so???). Und so sollte es auch bleiben. Es reichte schließlich schon das der Größteil meiner Familie mich für verrückt hielt. Da mussten nicht auch noch in der Schule Gerüchten auftauchen, dass ich geistig krank sei.
Von Schuldach winkte mir Xemerius entgegen. >>Kaufst du mir ein Haustier, bitteeeeeee!!! Es muss nicht groß. Eine Maus vielleicht ...<<, schrie der kleine Dämon quer über den ganzen Schulhof. Ich zuckte zusammen, aber natürlich hatte ihn niemand gehört. Ich war ja die Einzige mit dieser Störung im Gehirn. Klar, es konnte manchmal schon nützlich sein. Zum Beispiel wenn Xemerius mal wieder jemanden für mich ausspionierte, aber im Allgemeinem war er doch eher lästig. Inzwischen hatte ich ihn wirklich lieb gewonnen. aber diese Sache mit dem Haustier ...
 Die Schulglocke klingelte und langsam leerte sich der Hof. Auch Leslie wollte nicht zu spät kommen und zog mich am Arm hinter sich und Raphael her. Mir war meine Pünktlichkeit in diesem Moment eigentlich relativ egal. Einen kurzen Augenblick, während meine beste Freundin mich mitgezogen hatte, hatte sich Raphael zu mir umgedreht. Plötzlich war mir wieder bewusst geworden wer er war. ich hatte ihm direkt in die Augen geschaut. Gideons Augen. Ich konnte nun nicht mehr verhindern das alles wieder hoch kam. Mit dem Kummer stiegen mir die Tränen in die Augen und liefen stumm meine Wangen hinunter.

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Der restliche Tag lief in ähnlich ab. Von allen Seiten wurden mir mitleidige Blicke zugeworfen. Natürlich wussten meine Mitschüler nicht was der Grund für meinen Zustand war, trotzdem sprürte ich ihre Gedanken fast schon, wenn ich von Leslie durch den Flur gezerrt wurde.
Alles verschlechterte sich noch mehr, als es zum Ende der letzten Stunde klingelte. Vielleicht würde ich IHN heute ja gar nicht sehen. Vielleicht würde ich IHN auch morgen nicht sehen. Und vielleicht auch übermorgen. Aber irgendwann würde ich IHM gegenübertreten müssen. Und selbst wenn nicht. Jeder Atemzug würde Erinnerungen hochkommen lassen. Erinnerungen, die ich längst hätte vergessen sollen.
Ein bisschen ab von der Schule, aus der nun unzählige Schüler, bereit für einen freien Nachmittag strömten, wartete die Limosine. Sofort schossen mir tausende von Gedanken in den Kopf: Würde ER dort warten? Was wenn ER mit mir sprechen wollte?  Was wenn ich IHM jetzt schon gegenübertreten musste? Dazu war ich nicht bereit. Noch nicht. Aber würe ich je wieder unbeschwert mit IHM sprechen können, ohne das ich mich schmerzlich an das Herz erinnerte. Das Herz, mein Herz, dass zersprungen in viele kleine blutige Splitter am Grunde eines Abgrunds lag und nie wieder heilen würde.
Okay, jetzt wurde ich echt ein bisschen theatralisch ...
Als ich näher kam, öffnete Gott sei Dank niemand von innen die Tür. Innen erwartete mich ein leerer Passagierberich (nennt man das so???).
Die Fahrt nach Tempel kam mir dieses mal ungewöhnlich lang vor. Ungewöhnlich lang zusammen mit meinen traurigen Gedanken. Ich ließ meine Finger auf der Fensterscheibe trommel und ließ meinen Blick über die Häuser und Menschen schweifen an denen wir vorbeifuhren.
Als der Wagen endlich in die mir inzwischen vertraut gewordene Gasse einbog, war ich fast schon erleichtert. Nicht erleichtert in dem Sinne, dass ich IHN möglicherweise wiedersehen würde. Erleichtert, dass ein weiterer Teil meines Tages angefangen hatte und genauso irgendwann zu Ende gehen würde, wie der letzte.
Draußen erwartete mich schon Mr. George. Fröhlich wie immer lächelte er mir zu, und ignorierte netter Weise meinen "schlimmen" Zustand. Ich folgte ihm bis kurz vor den Drachensaal. Dann wannte er sich zu mir um. >>Entschuldige, Gwendolyn, aber ich muss noch etwas dringendes erledigen. Würde es dir etwas ausmachen allein zu Madame Rossini zu gehen. Ich hole dich dann in zwei Stunden ab zum Elapsieren. Den Weg kennst du ja!<<
>>Ähh, ja ... Mr. George?<< >>Hm?<< Ich zögerte. >>Wann ist eigentlich der Ball?<< >>Ah, gut das du das fragstsen es dir mitzuteilen. Er findet nächsten Samstag statt. Natürlich eigentlich nicht nächsten Samstag, sondern ein paar Jahrhunderte vor unserer Zeit, aber ihr werdet am Samstag elapsieren!<< >>Dann bis später, Mr. George!<< Ich verschwand schnell, bevor er das Erschrecken, dass in mein Gesicht getreten war sehen konnte. Ich WÜRDE ihn wiedersehen. Natürlich! Was hätte ich schon anderes erwarten sollen. Das war eine gemeinsame Mission. Ich würde wohl mit ihm zusammenarbeiten müssen. Ich fragte mich plötzlich, ab die Menschen im 18. Jahundert es wohl komisch fänden, wenn ich den ganzen aben Tränen überströmt herumlaufen würde. Gedankenverloren  ging ich um die nächste Ecke und ...
starrte in zwei nur alzu vertraute grüne Augen.
>>Gwendolyn, wir müssen reden, es ist wichtig! <<, flüsterte Gideon mit heiserer Stimme.

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